SpOn 18.09.2026
10:05 Uhr

Microsoft-Manager Brent Hecht: KI womöglich »größter Diebstahl [...] in der Geschichte der Menschheit«


Die »New York Times« wirft KI-Anbietern vor Gericht vor, ihre Systeme illegal mit Millionen von Artikeln trainiert zu haben. Bisher bestritten sie das, doch nun tauchen brisante Aussagen eines Microsoft-Managers auf.

Microsoft-Manager Brent Hecht: KI womöglich »größter Diebstahl [...] in der Geschichte der Menschheit«

Die unbefugte Nutzung von Millionen von Artikeln beschäftigt Verlage weltweit. Im juristischen Streit mit den US-Unternehmen Microsoft und OpenAI darüber kann die »New York Times« nun ausgerechnet mit den Angaben eines prominenten Microsoft-Managers argumentieren.

Die Auswertung von Artikeln zur Entwicklung der KI-Modelle durch die KI-Anbieter gleiche einem »unfassbaren Diebstahl von beispiellosem Ausmaß«, heißt es in einer internen Mitteilung des Microsoft-Mitarbeiters Brent Hecht, wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht. Details, wann und unter welchen Umständen die Aussagen getätigt wurden, gibt es nicht, die Dokumente sollen aber Teil des im US-Recht vorgesehenen Informationsaustauschs zwischen den Parteien (Discovery) gewesen sein. Laut dem Dokument bezeichnete Hecht den Vorgang als womöglich »größten Diebstahl von Arbeitsleistung in der Geschichte der Menschheit«.

Die »New York Times« hatte OpenAI – und Microsoft – im Dezember 2023 verklagt. Damals warf die Zeitung den Unternehmen vor, ihre KI-Systeme mit Millionen von Artikeln trainiert zu haben, ohne dafür zu zahlen. OpenAI und Microsoft bestritten das. Der Vorwurf lautet auf mutmaßliche Verletzung des Rechts am »geistigen Eigentum«. Den Unterlagen zufolge bediente sich OpenAI der Inhalte aus mehr als zehn Millionen Nachrichtentexten. Fast ein Drittel davon stammte demnach damals allein von der »New York Times«.

Microsoft: »Persönliche Ansicht eines Mitarbeiters«

Wie die »Washington Post « unter Berufung auf die Dokumente berichtet, sollen KI-Manager die Technologie auch als besonders geschickt bei der Nachahmung von Journalismus präsentiert haben. OpenAI-Mitgründer Greg Brockman schrieb demnach 2020, dass die KI besonders gut darin sei, »den Text von Nachrichtenartikeln vorherzusagen«.

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Microsoft betrachtet die Äußerungen von Hecht als »persönliche Ansicht eines einzelnen Mitarbeiters«. Diese spiegelten »nicht die Ansichten des Unternehmens wider«, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Innerhalb der KI-Branche ist bei den Trainingsinhalten für die KI regelmäßig die Rede von einem angeblichen »fair use«: Nachrichteninhalte würden nicht missbräuchlich verwendet.

Der »Washington Post« zufolge ließ ein OpenAI-Sprecher eine Anfrage zu den Aussagen unbeantwortet. Laut dem Artikel sprach ein Anwalt der »New York Times« dagegen von einem »Beweis dafür, dass Microsoft und OpenAI wussten, dass sie journalistische Inhalte ohne Erlaubnis oder Bezahlung stahlen«. Außer gegen OpenAI und Microsoft geht der »New York Times«-Konzern inzwischen auch gegen die KI-Firma Perplexity AI vor.

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apr/AFP